Ein traditionsreiches Haus im Wandel der Zeit!

75 Jahre im Familienbesitz - "Haus Niedersachsen" in Deutsch Evern

1930

12. März : Der Konzessionserteilung an Gastwirt Paul Elvers wurde seitens der Gemeinde Deutsch Evern zugestimmt.

Am 15. April (damals Gasthof Niedersachsen) erwerben Paul Elvers und seine Frau Alma, geb. Wendel das Haus zum Preis von 36.000 Reichsmark.

Das Haus wurde bereits von Harms auf dem ehemaligen Grundstück des Hofes Riggerts als Pension und Kaffeelokal erbaut. Baumeister ist Ehlbeck aus Wendisch Evern. Die Bauzeit beträgt fast zwei Jahre.

Von 1912 bis 1930 hatte das Haus insgesamt sechs verschiedene Eigentümer, nämlich Harms - Mahnke - Langheim - Stüve - Drebing und Grimmel.
Zu dieser Zeit hat es noch mehrere Gasthäuser in Deutsch-Evern gegeben: Das Forsthaus Tiergarten", "Die Dorfschänke", "Petersberg" und "Gasthaus Wulf" (Böhlcks Gasthaus).

1930 was war das für ein Jahr:
Die Gemeinde Deutsch-Evern zählte 486 Einwohner, Bürgermeister war Paul Gerkens. Unter großen Opfern, aber mit viel Elan gehen Paul Elvers und seine Ehefrau an die Aufbauarbeit in ihrem Gasthof.
Unter dem Motto: "Hier können Familien Kaffee kochen" versuchen sie es zunächst mit Erfolg auf die Weise ihr Haus wieder bekannt zu machen. Viele Lüneburger kommen zu Fuß durch den Tiergarten zum sonntäglichen Tanztee, um dann um 18.00 Uhr wieder mit dem Personenzug der deutschen Reichsbahn zurückzufahren.
Bei ca 6,5 Millionen Menschen in Deutschland ohne Arbeit und bei Preisen, z. B. 0,20 RM und Korn 0,10 RM beginnt eine schwierige Zeit.

1939

Durch die Vereine wie Turnverein, Gesangverein, Kriegerverein, Feuerwehr und Landesschützen wird man zum Treffpunkt des Ortes.
Der zweite Weltkrieg beginnt. Paul Elvers wird zum Militär eingezogen, seine Ehefrau führt das Haus alleine weiter.

1943

1943 wird das Haus von der deutschen Wehrmacht beschlagnahmt. Die Familie (Frau Elvers und ihre fünf Kinder) müssen in der Folgezeit 3mal das Haus verlassen und werden an unterschiedlichen Stellen im Ort einquartiert.
Anschließend erfolgte noch eine offizielle Ausquartierung durch die englische Besatzungsmacht. Die Folge ist , dass das gesamte Inventar völlig zerstört war und das das Gebäude erhebliche Schäden aufwies. In die Fremdenzimmer werden insgesamt sechs Flüchtlingsfamilien zwangseingemietet.

1946

Nach Rückkehr von Paul Elvers aus der Gefangenschaft beginnt ein neuer Anfang als einfaches Dorfgasthaus. Schon bald ist das Gasthaus wieder Treffpunkt und Kommunikationszentrum des Ortes geworden. Gesangverein, Feuerwehr, Bauern, Sportverein und Schützen veranstalten ihre Zusammenkünfte und Feste bald wieder in ihrem Vereinshaus.

1948

Nach der Währungsreform und der Konstituierung der Bundesrepublik Deutschland (1949) ist man in Deutschland wieder optimistisch geworden und auch in der dörflichen Gastronomie kommt wieder Leben auf. Man hat fast das Gefühl, dass die Menschen Nachholbedarf im Feiern haben; denn jede sich bietende Gelegenheit wird wahr genommen. 1954 zur Weltmeisterschaft in der Schweiz können die Dorfbewohner am ersten Fernsehgerät des Ortes die Spiele erleben. Es waren zeitweise bis zu 200 Personen im Saal, entsprechend war auch die Stimmung.

1962

Aus dem "Gasthof Niedersachsen" wird das "Gasthaus Niedersachsen".
Der Sohn Manfred Elvers übernimmt den Betrieb in eigener Regie. Seine Erfahrungen in der Gastronomie des In- und Auslandes kommen nun dem weiteren Aufbau des Hauses zugute. Insbesondere widmet er sich intensiv der Erweiterung des Angebots und dem Ausbau des Betriebes zu einem Speiserestaurant.

Die ehemalige ländliche Dorfgaststätte erhält schon bald den Ruf eines vorzüglichen Restaurants mit gutbürgerlicher Küche, sodass weitere Gäste aus der näheren Umgebung, insbesondere aus Lüneburg , gewonnen werden können.

1965

Das Ehepaar Elvers baut das Haus zum ersten Male um. Es entsteht ein neuer Clubraum, neue WC Anlagen, eine Bundeskegelbahn, sowie getrennte Räume für Gaststube und Restaurant.

1972

Eine erneute Namensänderung wird vollzogen. Es entsteht das "Haus Niedersachsen". Ein Um- und Erweiterungsbau wird nun dringend notwendig . Hierfür wird für den Arbeitsbereich besondere Sorgfalt verwendet. Es entsteht eine großzügige, modern eingerichtete und für den Gast einsehbare Küche. Durch einen Erweiterungsbau entsteht das geschmackvoll eingerichtet Restaurant mit ca 90 Plätzen und Blick auf einen Heidegarten und einer Terrasse.
Bei den Umbaumaßnahmen wurde großen Wert darauf gelegt, dass der Charakter des im Niedersachsenstil erbauten Hauses erhalten bleibt.

1979

Der alte Saal wird zur Tenne umgestaltet. Die "Tenne" wird am 40.Geburtstag des Hausherrn festlich eingeweiht. Die Investition hat sich gelohnt. Besonders Hamburger Vereine, Betriebe und Behörden feiern nun ihre Feste hier.

1980

Das Haus Niedersachsen feiert das 50 jährige Bestehen des Familienbetriebes. 500 Gäste waren erschienen; Vertreter der Kommunen, des Landkreises, der IHK, der Wirtschaft., Abordnungen der Vereine und nicht zuletzt die vielen Stammgäste, die dem
Haus die Treue halten. Viele Festreden auf das Haus wurden an diesem Jubiläumsempfang vorgetragen.
Das "Haus Niedersachsen" ist nun weit über die regionalen Grenzen hinaus als Spezialitätenrestaurant bestens bekannt. Unter der Leitung von Manfred Elvers und seiner ihm zur Seite stehenden Ehefrau Heidi sorgen inzwischen 20 Mitarbeiter dafür, dass der Gast sich wohl fühlt und immer eine excellente Speisenauswahl vorhanden ist.
Die Verleihung des Ordens "Cordon bleu", Sieger beim Kreis-Gaststättenbewerb, mehrere Auszeichnungen vom Land Niedersachsen unterstreichen die Leistungsfähigkeit des Hauses.
Die regionale Küche, wie Heidschnuckenspezialitäten hierfür wurde das Haus im Merian Lüneburger Heide lobenswert erwähnt und die Verbundenheit zur heimischen Landwirtschaft prägen das kulinarische Angebot für die Gäste. Zu allen Gerichten gibt es ausführliche Erläuterungen, sei es die Kartoffel, der Spargel, Grünkohl, Stint etc. Im Michelin, Varta Führer ist das Haus selbstverständlich präsent und das immer mit guten Noten.

1985

Eine besondere Auszeichnung kommt dem Haus zuteil.
"Aufgerufen zum edlen Wettstreit in der Kunst den königlichen Ruhm des Matjes zu künden,
wurde dem Restaurant "Haus Niedersachsen" in Deutsch Evern die MATJESHEROLDWÜRDE zuerkannt."
Eine Auszeichnung besonderer Art, die im Bremer Ratskeller ihren Höhepunkt fand, wo dem Ehepaar Elvers die Insignen überreicht wurden. Es folgten bundesweite Berichte in allen Zeitungen.
Der Anspruch des Hauses geht jedoch darüber hinaus: Man verwöhnt die Gäste im ganz altmodischen Sinne der Gastlichkeit- auf hohem Niveau, mit viel Begeisterung und freundlicher, persönlicher Wertschätzung.
Bei allen Veränderungen im Haus und Garten wurde viel Wert auf Umweltfreundlichkeit gelegt. Dafür wurde das H.N. nach gründlicher Überprüfung als "umweltfreundlicher Betrieb" vom Land Niedersachsen ausgezeichnet.

Stolz kann das Haus Niedersachsen auf seine Berufsausbildung für Restaurantfachleute und Köche sein. Im Laufe vom 30 Jahren, haben 120 junge Schulabgänger einen Ausbildungsplatz gefunden und sind unter der Leitung von den Führungskräften alle bis zum erfolgreichen Abschluss geführt worden.

2005

Das Haus Niedersachsen feiert das 75 jährige Bestehen des Familienbetriebes.

 

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